Camping in Griechenland stand bei uns lange auf der Wunschliste, bis wir irgendwann das Wohnmobil bepackt und uns tatsächlich auf den Weg gemacht haben. Und ehrlich gesagt ist Griechenland mit dem Camper genau die Mischung aus Meer, Bergen und Gelassenheit, die ich so mag. Es gibt aber ein paar Dinge, die Ihr vorher wissen solltet, denn gerade bei den Regeln fürs Freistehen hat sich seit 2025 einiges getan. Genau darum geht es in diesem Camping-Roadtrip-Guide für Griechenland: ehrlich, praktisch und mit dem, was wirklich zählt.
Die neue Rechtslage: Wildcampen, Parken und was 2026 gilt
Fangen wir mit dem Thema an, das die meisten Fragen aufwirft. Wildes Campen war in Griechenland zwar schon immer offiziell verboten, wurde aber jahrelang geduldet. Seit dem 20. Januar 2025 gilt nun das Gesetz 5170/2025, und das nimmt das Freistehen deutlich strenger. Verboten ist das Übernachten und Campen außerhalb von lizenzierten Campingplätzen oder kommunal ausgewiesenen Stellflächen, besonders an diesen Orten:
- direkt an Stränden und Küstenabschnitten
- in Wäldern und an Waldrändern
- an archäologischen Stätten
- auf öffentlichen Plätzen und frei zugänglichen Flächen
Auch auf Privatgrundstücken darf ohne Genehmigung nur ein einziges Wohnmobil oder Wohnwagen stehen. Mehrere Fahrzeuge gelten rechtlich als Campingbetrieb und brauchen eine Lizenz. Die Strafen sind kein Spaß: Es beginnt bei etwa 300 Euro pro Person, und wenn ein Fall vor Gericht landet oder wiederholt auffällt, sind bis zu 3.000 Euro oder sogar bis zu drei Monate Haft möglich.

Die gute Nachricht: Parken ist nicht Campen
Jetzt kommt der Teil, der Euch entspannen darf. Nach viel Aufregung hat Griechenland mit der neuen Straßenverkehrsordnung (Gesetz 5209/2025) im Juni 2025 nachgebessert, und seit Februar 2026 stellt eine Verordnung der Polizei endgültig klar: Beim Parken zählt ein Wohnmobil wie jedes andere Fahrzeug. Das heißt für Euch:
- Wohnmobile bis 7,50 Meter dürfen innerhalb von Ortschaften ohne Zeitbegrenzung parken, überall dort, wo auch Autos parken dürfen.
- Wohnmobile über 7,50 Meter und Wohnwagen dürfen bis zu 24 Stunden stehen.
- Voraussetzung ist immer, dass kein Verbotsschild und keine örtliche Sonderregel gilt.
Der entscheidende Unterschied ist Parken gegen Campen. Solange Ihr einfach nur im Fahrzeug übernachtet, seid Ihr ein parkender Fahrer. Sobald Ihr aber die Markise ausfahrt oder Tisch und Stühle rausstellt, gilt das als Wildcampen und ist verboten. An Stränden, in Wäldern und an archäologischen Stätten bleiben die strengen Regeln aus dem Gesetz 5170/2025 außerdem bestehen.
Mein ehrlicher Tipp: Behandelt Euer Wohnmobil im Zweifel wie ein Auto. Dezent stehen, nichts aufbauen, am nächsten Morgen weiterfahren. Damit seid Ihr auf der sicheren Seite und erspart Euch jede Diskussion mit der Polizei.
Aktuelle Regeln vor der Reise prüfen:
Rechtliche Regeln können sich ändern, und einzelne Gemeinden haben eigene Vorschriften. Schaut vor der Fahrt kurz auf eine offizielle, aktuelle Quelle. Der ADAC fasst den Stand für Wohnmobilreisende verständlich zusammen.
Beste Reisezeit fürs Camping in Griechenland
Für einen entspannten Roadtrip sind Frühjahr und Herbst am schönsten, also etwa April bis Juni und September bis November. Dann ist es angenehm warm, die Natur im Frühling in voller Blüte und die Plätze sind nicht überfüllt. Im Hochsommer würde ich persönlich nicht mit dem Camper starten: Juli und August sind oft brütend heiß, nachts kühlt es kaum ab und die Campingplätze sind voll, weil auch viele Griechen dann unterwegs sind.
Wichtig zu wissen: Die meisten Campingplätze haben nur von etwa April bis Oktober geöffnet, und in der Nebensaison sind viele Tavernen in den touristischen Ecken geschlossen. Wer im Spätherbst oder Winter fährt, sollte also mehr auf Selbstversorgung eingestellt sein. Wir waren 2022 schon ab Ende März gestartet – das war eindeutig 2 Wochen zu früh.
Anreise mit Wohnmobil oder Wohnwagen
Griechenland liegt je nach Wohnort gut 2.000 Kilometer entfernt, das ist keine Strecke für einen Rutsch. Plant genug Zwischenstopps ein. Zwei Wege bieten sich an: über den Landweg durch den Balkan oder mit der Fähre von Italien aus, meist nach Igoumenitsa oder Patras. Wir sind selbst über den Landweg gefahren, und für alle, die das interessiert, habe ich unsere Erfahrungen ausführlich aufgeschrieben.
Ein Punkt, der sich geändert hat und den viele noch nicht wissen: Das beliebte Camping an Bord, also das Übernachten im eigenen Wohnmobil auf dem Fährdeck, wird auf den Fähren von Anek und Superfast seit 2025 nicht mehr angeboten. Wer die Fähre nimmt, braucht also eine Kabine oder einen Sitzplatz. Als wir 2024 mit der Fähre von Piräus nach Heraklion auf Kreta gefahren sind, war es möglich, mit Isomatte und Schlafsack an Deck zu schlafen. Das haben wir auch genutzt.
Unsere Route über den Landweg nach Griechenland →
Stellplätze, Campingplätze und ehrliches Freistehen
Griechenland hat von Athen bis Zakynthos zahlreiche Campingplätze, die Preise liegen meist zwischen 20 und 40 Euro pro Nacht, je nach Lage und Ausstattung. Gerade wenn Ihr eine Inselrunde plant, lohnt es sich, vorher zu prüfen, ob es auf der jeweiligen Insel überhaupt einen Platz gibt. Sonst steht Ihr am Ende ohne legale Übernachtungsmöglichkeit da.
Freistehen im rechtlichen Rahmen ist nach der Klarstellung von 2026 wieder besser möglich, solange Ihr eben nur parkt und nicht campt. Eine Möglichkeit, die in Griechenland gut funktioniert: Fragt nach dem Essen freundlich beim Wirt einer Taverne, ob Ihr auf dem Parkplatz stehen dürft. Gerade in der Nebensaison klappt das oft, wenn nicht schon ein anderes Wohnmobil dort steht.
Das unterschätzen viele: Feuer, Müll und Rücksicht
Ein Thema, das gern untergeht: Im Sommer ist Griechenland knochentrocken, ein einziger Funke kann einen Waldbrand auslösen. Offenes Feuer und Grillen außerhalb der dafür vorgesehenen Plätze sind darum tabu, und bei Unachtsamkeit drohen empfindliche Strafen. Genauso wichtig ist der Rest: alles so hinterlassen, wie Ihr es vorgefunden habt, keinen Müll liegen lassen, für die Notdurft öffentliche Toiletten oder Tavernen nutzen. Das ist nicht nur höflich, sondern der Grund, warum Einheimische Campern überhaupt noch wohlgesonnen sind.
Kurz gepackt: Was ins Wohnmobil gehört
Für einen längeren Roadtrip macht eine durchdachte Packliste den Unterschied zwischen Stress und Gelassenheit. Wasserkanister, ausreichend Vorräte für die Nebensaison, gute Navi-Vorbereitung und die Papiere fürs Fahrzeug gehören auf jeden Fall dazu. Meine komplette Liste für drei Wochen Wohnmobil in Griechenland spare ich mir hier, die findet Ihr gebündelt im passenden Beitrag.
Zur Packliste für 3 Wochen Wohnmobil-Roadtrip →
Häufige Fragen zum Camping in Griechenland
Ist Wildcampen in Griechenland erlaubt?
Nein. Freies Campen außerhalb von Campingplätzen oder ausgewiesenen Stellflächen ist verboten. Erlaubt ist aber das reine Parken, solange Ihr keine Campingausrüstung wie Markise, Tisch oder Stühle aufbaut.
Darf ich mit dem Wohnmobil am Straßenrand übernachten?
Wohnmobile bis 7,50 Meter dürfen in Ortschaften ohne Zeitlimit parken, größere Fahrzeuge und Wohnwagen bis zu 24 Stunden. Voraussetzung ist, dass kein Verbotsschild gilt und Ihr parkt statt campt.
Was kostet ein Campingplatz in Griechenland?
Meist zwischen 20 und 40 Euro pro Nacht, abhängig von Region, Saison und Ausstattung.
Wann ist die beste Reisezeit?
Frühjahr und Herbst, also März bis Juni und September bis November. Der Hochsommer ist heiß und voll.
Kann ich auf der Fähre im Wohnmobil schlafen?
Camping an Bord wird auf den Fähren von Anek und Superfast seit 2025 nicht mehr angeboten. Ihr braucht eine Kabine oder einen Sitzplatz.
Mein Fazit
Camping in Griechenland ist auch 2026 ein Traum, nur eben mit klareren Spielregeln. Wer den Unterschied zwischen Parken und Campen im Kopf behält, sich an offizielle Plätze hält und mit Rücksicht unterwegs ist, erlebt eine der schönsten Camping-Regionen Europas ganz entspannt. Ich würde es jederzeit wieder machen.
Wenn Ihr weiterlesen möchtet:
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Für Eure Reiseplanung:
Viel Freude bei Eurer nächsten Reise, ob mit Wohnmobil, Rad, Flugzeug oder Roadtrip. Hauptsache, Ihr erlebt etwas Schönes und Neues. Eure Franzi
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