Paris mit dem Wohnmobil klingt erst mal nach einer schlechten Idee. Enge Straßen, Umweltzone, Parkhäuser mit 1,90 Meter Durchfahrtshöhe und ein Verkehr, bei dem man als Gast eher nicht üben möchte. Wir haben es trotzdem gemacht, im Juni 2024, fünf Nächte lang. Der Trick war simpel: Das Womo stand die ganze Zeit auf einem Campingplatz westlich der Stadt, und wir sind mit dem Zug rein. Genau darüber will ich hier schreiben, weil das die Frage ist, die sich alle stellen und die kaum jemand ehrlich beantwortet.
Unsere Anreise: über Königswinter nach Maisons-Laffitte
Losgefahren sind wir am 4. Juni 2024. Zwischenstopp bei Freunden in Königswinter, das hat die Etappe entzerrt und war sowieso überfällig. Am 5. Juni sind wir dann direkt zum Campingplatz Sandaya Paris Maisons-Laffitte weiter, nordwestlich von Paris in den Yvelines.
Maut haben wir auf dem Weg nach Paris keine gezahlt. Von Oldenburg über Königswinter bis Maisons-Laffitte ging es komplett mautfrei. Das ist ein Punkt, den viele gar nicht auf dem Schirm haben: Wer Paris von Norden ansteuert, muss nicht zwangsläufig auf die französischen Péage-Autobahnen. Rechnet das ruhig einmal gegen, bevor Ihr die Route ins Navi tippt.
Der Platz liegt an der Seine, in der Nähe der Forêt de Saint-Germain-en-Laye. Adresse ist 1 rue Johnson in 78600 Maisons-Laffitte. Und, wichtig für alle, die sich Sorgen um die Anfahrt machen: Man fährt nicht durch Paris, man fährt außen herum. Kein Périphérique, keine Innenstadt, kein Nervenkrieg.
Zum Campingplatz Maisons-Laffitte →
Was der Platz gekostet hat
Wir hatten fünf Nächte gebucht, vom 5. bis 10. Juni 2024, und dafür einen Rabatt bekommen. Unterm Strich lagen wir bei rund 26 Euro pro Nacht. Für einen Platz, von dem aus man in gut einer halben Stunde am Louvre sein kann, finde ich das ehrlich gesagt fair. Rechne das mal gegen ein Hotelzimmer in Paris im Juni.
Der Platz hat Saison, er ist nicht ganzjährig offen. Für 2026 steht auf der Seite der 3. April bis 1. November. Wer im Frühjahr oder Herbst plant, schaut also besser einmal auf die Daten, bevor er die Route festzurrt.
35 Minuten nach Paris: das ist der eigentliche Grund für diesen Platz
Maisons-Laffitte liegt am RER A. Wir haben für den Weg in die Stadt mit Zug und teilweise noch Straßenbahn etwa 35 Minuten gebraucht. Der RER fuhr häufig, wir mussten nie lange warten und haben uns nie einen Fahrplan auswendig gemerkt. Trotzdem: Bahn ist Bahn, checkt die aktuellen Verbindungen vor Eurer Reise noch einmal selbst, Baustellen und Sperrungen gibt es in Paris regelmäßig.

Wir waren an drei Tagen in Paris. Nach zwei Tagen Stadt hatten wir genug vom Stadtprogramm und haben einen Tag in der Gegend um Maisons-Laffitte verbracht. Dazu gleich mehr, das war nämlich die Überraschung der Woche.
Das unterschätzen viele: die Umweltzone betrifft Euch hier gar nicht
Die Pariser Umweltzone (ZFE) liegt innerhalb des Autobahnrings A86. Dort dürfen Fahrzeuge mit Crit’Air 3, 4, 5 und ohne Plakette werktags von 8 bis 20 Uhr nicht fahren, für Wohnmobile über 3,5 Tonnen sogar an sieben Tagen die Woche. Für 2026 hat die Métropole du Grand Paris eine sogenannte pädagogische Phase verlängert, in der nicht verwarnt wird. Verlassen würde ich mich darauf trotzdem nicht, solche Fristen laufen irgendwann aus.
Maisons-Laffitte liegt außerhalb der A86 und damit außerhalb dieser Zone. Wenn Ihr also außen bleibt und mit dem Zug reinfahrt, ist das Thema für Euch praktisch erledigt. Die Crit’Air-Plakette würde ich trotzdem besorgen. Sie kostet ein paar Euro, gilt unbegrenzt und Ihr braucht sie in Frankreich sowieso ständig, sobald Ihr eine größere Stadt streift.
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Kurzer Aha-Moment: der Tag ohne Paris war einer der besten
Nach zwei Tagen Stadt haben wir einen kompletten Tag in der Gegend gemacht. Radtour rund um Maisons-Laffitte, dazu das Schloss angesehen, das keine zwei Kilometer vom Campingplatz entfernt liegt. Und ganz ehrlich: Das war sehr schön. Ruhig, grün, Seine, keine Menschenmassen.
Das ist die Sache, die man beim Planen gern vergisst. Man bucht fünf Nächte bei Paris und denkt, man müsse an allen fünf Tagen Paris machen. Muss man nicht. Ein Ruhetag im Umland ist kein verlorener Tag, der rettet den Rest der Woche.
Paris mit dem Rad: unser Traum, endlich abgehakt
Am Sonntag, dem 9. Juni, haben wir die Räder mit in den Zug genommen, sind an der Endhaltestelle raus und ab dort mit dem Rad weiter. Und dann haben wir uns einen alten Traum erfüllt: mit dem Rad über die Champs-Élysées.

Was mich wirklich überrascht hat: Radfahren in Paris geht gut. Die Stadt hat in den letzten rund 15 Jahren enorm viel für den Radverkehr getan, und das merkt man. Wer Paris noch als reine Autohölle im Kopf hat, hat ein Bild von vorgestern.

Räder im Zug: sonntags kein Problem, unter der Woche eher schwierig
Das ist der praktische Punkt, an dem eine Planung kippen kann. Bei uns hat es sonntags problemlos geklappt, unter der Woche wäre es deutlich schwieriger geworden. Das hat einen Grund: In RER und Transilien dürfen nicht zusammengeklappte Räder werktags nur außerhalb der Stoßzeiten mit, also vor 6:30 Uhr, zwischen 9:30 und 16:30 Uhr und nach 19:30 Uhr. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ist es den ganzen Tag erlaubt. Gratis ist es, reservieren kann man nicht, und mitgenommen wird nur, solange Platz ist. Bei Andrang kann Euch der Zug auch außerhalb der Sperrzeiten verweigert werden.
Mein ehrlicher Tipp: Plant Euren Radtag in Paris auf einen Sonntag. Nicht wegen der Vorschrift, sondern weil der RER A dann entspannt ist, die Stadt leerer und Ihr nicht mit dem Rad zwischen Pendlern steht.

Das würden wir wieder so machen
- Womo stehen lassen und mit dem Zug rein. Nicht diskutieren, einfach machen.
- Fünf Nächte statt drei. Der Rabatt hat es günstiger gemacht und der Puffertag hat gutgetan.
- Räder mitnehmen. Sie waren im Umland Gold wert und in Paris am Sonntag ein Erlebnis.
- Einen Zwischenstopp auf der Anreise einbauen. Die Etappe nach Paris muss man nicht in einem Rutsch fahren.
- Einen Tag bewusst nicht in Paris verbringen.
Häufige Fragen zu Paris mit dem Wohnmobil
Kann man mit dem Wohnmobil überhaupt nach Paris fahren?
Technisch ja, sinnvoll nein. Innerhalb der A86 gilt die Umweltzone, Parken ist teuer und schwierig, und der Verkehr ist nichts, was man mit einem großen Fahrzeug freiwillig sucht. Steht außerhalb und nehmt den RER.
Wie weit ist Maisons-Laffitte von Paris entfernt?
Der Campingplatz liegt gut 20 Kilometer nordwestlich der Innenstadt. Wir waren mit Zug und teilweise Straßenbahn in rund 35 Minuten drin. Der Platz selbst wirbt mit etwa 25 Minuten bis ins Zentrum, unsere Erfahrung lag etwas darüber.
Muss man Maut zahlen, um nach Paris zu kommen?
Nicht zwingend. Wir sind von Oldenburg über Königswinter bis Maisons-Laffitte ohne Maut gefahren. Wer von Norden kommt, kann die Péage-Strecken umgehen. Richtung Süden sieht das dann anders aus.
Was kostet der Campingplatz?
Wir haben im Juni 2024 mit einem Rabatt für fünf Nächte etwa 26 Euro pro Nacht gezahlt. Die Preise ändern sich je nach Saison und Angebot, schaut also aktuell nach.
Darf man Fahrräder im RER mitnehmen?
Ja, kostenlos und ohne Reservierung, aber werktags nicht in den Stoßzeiten (6:30 bis 9:30 Uhr und 16:30 bis 19:30 Uhr). Am Wochenende und an Feiertagen den ganzen Tag, solange Platz im Zug ist.
Braucht man eine Crit’Air-Plakette?
Für Maisons-Laffitte selbst nicht, der Ort liegt außerhalb der Zone. Für Frankreich insgesamt würde ich sie trotzdem immer dabeihaben. Sie ist günstig, gilt unbegrenzt und erspart Diskussionen.
Fazit: Paris mit dem Wohnmobil funktioniert, wenn man draußen bleibt
Fünf Nächte in Maisons-Laffitte, drei Tage Paris, ein Tag Umland, ein Sonntag mit dem Rad über die Champs-Élysées. Es war richtig gut, und wir würden es genau so wieder machen.
Und noch etwas: Paris war bei uns kein eigener Urlaub, sondern ein Stopp auf dem Weg. Weiter ging es danach an die Costa Blanca zu unseren Kindern und Enkelkindern. Genau dafür eignet sich ein Platz wie Maisons-Laffitte gut. Man muss Paris nicht als große Extrareise planen, man kann es unterwegs mitnehmen.
Der ganze Gedanke, man müsse mit dem Womo möglichst nah ran, führt in Paris nur in Stress. Wir haben es andersherum gemacht: bequem stehen, entspannt reinfahren, abends zurück ins eigene Bett auf einem ruhigen Platz an der Seine. Wenn Ihr also mit dem Womo Richtung Paris überlegt, hört auf, nach dem perfekten Stellplatz in der Stadt zu suchen. Sucht den richtigen Bahnhof.
Und noch ein Tipp: Der Eiffelturm ist nicht die einzige Aussicht über Paris. Wir waren beim letzten Trip gar nicht oben, sondern sind stattdessen mit dem Fesselballon im Parc André Citroën hochgefahren. Kein Anstehen, ruhiger Blick über die Dächer, und der Eiffelturm war von dort aus sogar besser im Bild als von ihm selbst. Paris Aussichtspunkte: 7 Blicke über die Stadt ohne Eiffelturm
Mehr Infos hier: Mit dem Wetterballon den Eiffelturm entdecken
Viel Freude bei Eurer nächsten Reise – ob mit Wohnmobil, Rad, Flugzeug oder Roadtrip. Hauptsache: Ihr erlebt etwas Tolles! Eure Franzi
P.S. mehr über Reisen in Europa hier: 5 Wochen mit dem Wohnmobil in Spanien – unsere Winterroute 2025/26