Hallo Ihr Lieben,
irgendwann kommt bei der Planung der Moment, an dem die eigentliche Frage auf dem Tisch liegt: Wohin genau eigentlich? Griechenland mit dem Wohnmobil klingt erst mal nach einem einzigen großen Ziel, aber zwischen Festland, Peloponnes und Kreta liegen Welten. Andere Anreise, andere Fahrzeiten, andere Preise und ein anderes Urlaubsgefühl. Wir haben 2022 selbst mit einer klaren Planung angefangen, dem Festland, und sind unterwegs davon abgewichen. Genau deshalb sortiere ich Euch die drei Möglichkeiten hier ehrlich durch.
Was überall gilt: Parken ist nicht Campen
Eine Sache vorweg, weil sie für alle drei Regionen gleich gilt. Seit dem Gesetz 5170/2025 wird Wildcampen in Griechenland streng geahndet, mit Bußgeldern ab etwa 300 Euro. Seit der neuen Straßenverkehrsordnung und einer Klarstellung des Polizeipräsidiums im Februar 2026 ist aber ebenso klar: Beim reinen Parken zählt ein Wohnmobil wie jedes andere Fahrzeug. Wer im Fahrzeug übernachtet und nichts aufbaut, ist rechtlich ein parkender Fahrer. Sobald Markise, Tisch oder Stühle rauskommen, ist es Campen und verboten.
Das ist die wichtigste Regel für Euren ganzen Urlaub, egal wo Ihr unterwegs seid. Ausführlich mit allen Details habe ich das im großen Camping-Guide aufgeschrieben.
Zum Camping-Guide Griechenland →
Regeln vor der Reise prüfen:
Rechtliche Regeln können sich ändern, und einzelne Gemeinden haben eigene Vorschriften. Ich gebe hier meinen Kenntnisstand wieder, das ist keine Rechtsberatung und erfolgt ohne Gewähr. Schaut vor der Fahrt bitte selbst noch einmal nach.
Aktuelle Regeln 2026 bei CamperStyle →
Überblick beim ADAC →
Griechenland Festland mit dem Wohnmobil: unsere erste Wahl
Wenn Ihr mit dem Wohnmobil nach Griechenland wollt, würde ich mit dem Festland anfangen. Das war auch unsere Planung 2022. Der große Vorteil: Ihr könnt über den Landweg durch den Balkan anreisen und Euch die Fähre komplett sparen, oder Ihr nehmt die Fähre ab Italien und startet in Igoumenitsa oder Patras. Ihr müsst Euch nicht festlegen. Gefällt Euch eine Gegend nicht, fahrt Ihr einfach weiter, ohne auf eine Fährverbindung angewiesen zu sein.
Genau diese Flexibilität ist der eigentliche Wert. Auf dem Festland habt Ihr Berge und Küste, viel Platz und deutlich weniger Trubel als in den bekannten Urlaubsregionen. Wer Zeit mitbringt, kann sich treiben lassen, und das ist mit dem Wohnmobil die schönste Art zu reisen.
Der Nachteil ist die Entfernung. Von Deutschland aus sind es gut 2.000 Kilometer, und das ist keine Strecke, die man mal eben abreißt. Rechnet mit mehreren Reisetagen in jede Richtung. Wer nur zwei Wochen Zeit hat, verbringt einen erheblichen Teil davon auf der Autobahn. Das würde ich nicht unbedingt empfehlen – 3 Wochen Zeit und 2 Fahrer die sich abwechseln, sind da schon optimaler.
Unsere Route über den Landweg →
Das unterschätzen viele: das Wetter im Frühjahr
Und jetzt kommt der Teil, den ich Euch nicht verschweigen will. Unsere Planung 2022 war das Festland, und im Kopf hatten wir schon Sonne und laue Abende. Ende März war das Wetter dort dann aber schwierig, deutlich schwieriger als erwartet. Wir sind deshalb weitergefahren, weiter nach Süden auf den Peloponnes. Das war die richtige Entscheidung, hat uns aber tatsächlich sehr viele Kilometer zusätzlich gekostet. Und wenn wir einen WoMo-Führer für den Peleponnes wäre auch schön gewesen.
Was wir daraus gelernt haben: Wenn Ihr früh im Jahr startet, plant den Süden von Anfang an mit ein. Im Frühjahr macht es einen spürbaren Unterschied, ob Ihr weiter nördlich oder weiter südlich unterwegs seid, und ein Ausweichmanöver über mehrere hundert Kilometer kostet Sprit, Zeit und Nerven. Wer im April, Mai oder im Herbst fährt, hat dieses Problem deutlich weniger.
Der Peloponnes: der beste Einstieg ohne Fähre
Der Peloponnes hängt über den Kanal von Korinth am Festland, Ihr braucht also keine Fähre, und trotzdem fühlt sich die Halbinsel an wie eine eigene Welt. Auf überschaubarem Raum bekommt Ihr antike Stätten, Bergdörfer, einsame Buchten und lange Sandstrände. Die Campingplätze liegen oft direkt am Meer und kosten meist zwischen 20 und 30 Euro pro Nacht.
Für Camper besonders angenehm: Die Gegend ist dünner besiedelt als viele andere Ecken Europas, und die Straßen führen häufig direkt am Meer entlang. Viel Verkehr habt Ihr dort selten. Erwartet aber kein zügiges Vorankommen: Die Küsten- und Bergstraßen sind oft eng und kurvig, und Ziegen oder Hunde auf der Fahrbahn gehören dazu. Rechnet also mit einem niedrigen Schnitt und plant lieber kürzere Etappen.
Ehrlich gesagt gehört dazu auch ein Punkt, den viele übersehen: Der Peloponnes liegt ganz im Süden. Die Anreise dorthin ist also länger als zum nördlichen Festland, nicht kürzer. Was der Peloponnes bietet, sind kurze Wege vor Ort, viel Abwechslung auf kleinem Raum und die Möglichkeit, sich an einer Runde festzuhalten, statt ständig neu zu entscheiden. Wenn Ihr nur zwei bis drei Wochen habt, lohnt sich deshalb die Überlegung, ob Ihr die Fähre ab Italien nach Patras nehmt. Damit spart Ihr mehrere Fahrtage und habt die Zeit dort, wo Ihr sie haben wollt.
Peloponnes Planungs-Guide →
Peloponnes Rundreise →
Kreta: die Insel mit eigenen Spielregeln
Kreta ist noch einmal etwas völlig anderes, und zwar in beide Richtungen. Landschaftlich ist die Insel ein Traum, mit Schluchten, Bergen und Stränden, die man so schnell nicht vergisst. Praktisch heißt Kreta aber: Fähre. Ihr kommt nicht ohne Überfahrt hin, das kostet Geld und bindet Euch an feste Abfahrtszeiten.
Dazu kommt, dass die Auswahl an offiziellen Campingplätzen auf Kreta überschaubar ist. Die meisten öffnen erst im Frühjahr und schließen im Herbst, in der Hochsaison solltet Ihr vorbuchen. Und der Meltemi, der Nordwind, kann an der Nordküste im Hochsommer richtig unangenehm werden, während der Süden windgeschützter, dafür heißer und abgelegener ist.
Rechtlich gilt auf Kreta dasselbe wie überall. Wer sich an offizielle Plätze hält und beim Parken nichts aufbaut, hat keine Diskussionen. Weil Kreta bei mir ein eigenes Kapitel ist, findet Ihr die ausführlichen Erfahrungen drüben auf meinem Kreta-Blog.
Mit dem Wohnmobil nach Kreta →
Fährkosten und Fahrzeiten realistisch rechnen
Bei der Entscheidung schauen die meisten auf die Landschaft. Was am Ende aber den Urlaub prägt, sind zwei nüchterne Zahlen: was die Anreise kostet und wie viele Tage sie frisst. Eine Fähre ab Italien spart Euch mehrere Fahrtage, kostet mit Wohnmobil aber ordentlich. Der Landweg ist günstiger, dafür sitzt Ihr länger am Steuer und habt Grenzübergänge mit möglichen Wartezeiten.
Und noch ein Detail, das viele überrascht: Camping an Bord, also das Übernachten im eigenen Fahrzeug auf dem Fährdeck, wird auf den Fähren von Anek und Superfast seit 2025 nicht mehr angeboten. Ihr braucht also eine Kabine oder einen Sitzplatz, das gehört mit ins Budget.
Unsere Ausrüstung, die sich bewährt hat:
Drei Dinge, die bei uns immer mitfahren: eine faltbare Schüssel mit 16 Litern für Abwasch und Wäsche, die zusammengeklappt kaum Platz braucht, ein klappbarer Campingtisch und unsere Campingstühle mit Liegefunktion und Fußablage. Gerade abends vor dem Wohnmobil merkt man, wie viel ein bequemer Stuhl ausmacht.
Faltbare Schüssel 16 Liter* →
Campingtisch klappbar* →
Campingstuhl mit Liegefunktion* →
Mein ehrlicher Tipp: Was passt zu Euch?
Damit Ihr eine Entscheidung trefft und nicht ewig grübelt, hier meine kurze Faustregel:
- Ihr habt vier Wochen oder mehr und wollt Euch treiben lassen: Festland, unsere erste Wahl.
- Ihr reist früh im Jahr: Festland planen, aber den Süden von Anfang an mit einkalkulieren.
- Ihr habt zwei bis drei Wochen: Peloponnes, am besten mit der Fähre ab Italien, sonst frisst die Anreise zu viel Zeit.
- Ihr wollt Insel-Feeling und nehmt die Fähre in Kauf: Kreta.
Und ganz ehrlich: Ihr müsst nicht alles auf einmal sehen. Griechenland läuft nicht weg, und eine ruhige Runde macht mehr Freude als drei Regionen im Schnelldurchlauf.
Häufige Fragen
Wo ist Camping in Griechenland am günstigsten?
Auf dem Festland und dem Peloponnes zahlt Ihr meist zwischen 20 und 30 Euro pro Nacht. Auf Kreta kommt die Fähre als deutlicher Zusatzposten dazu.
Brauche ich für den Peloponnes eine Fähre?
Nein. Der Peloponnes ist über den Kanal von Korinth ans Festland angebunden, Ihr fahrt einfach hin.
Kann ich schon im März nach Griechenland fahren?
Ihr könnt, solltet aber flexibel bleiben. Wir hatten Ende März auf dem Festland schwieriges Wetter und sind weiter nach Süden gefahren. Das kostet Kilometer, also plant den Puffer ein.
Ist Freistehen irgendwo erlaubt?
Campen außerhalb offizieller Plätze ist verboten. Reines Parken ist erlaubt, solange Ihr keine Campingausrüstung aufbaut. Für ganze Übernachtungen sind offizielle Plätze die sichere Wahl.
Wann ist die beste Reisezeit?
Frühjahr und Herbst, also etwa April bis Juni und September bis Oktober. Im Hochsommer ist es heiß und voll, im Winter haben viele Plätze geschlossen.
Mein Fazit
Camping in Griechenland lohnt sich in allen drei Varianten, sie passen nur zu unterschiedlichen Urlauben. Für uns ist das Festland die erste Wahl, weil es die größte Freiheit bietet und die Anreise am kürzesten ist. Der Peloponnes belohnt Euch mit kurzen Wegen vor Ort, liegt dafür aber weiter südlich, was Ihr bei der Anreise einplanen solltet. Und Kreta ist das Ziel für alle, denen Insel wichtiger ist als Flexibilität. Wenn das Wetter Euch unterwegs einen Strich durch die Rechnung macht, fahrt einfach weiter. Genau dafür habt Ihr ja ein Wohnmobil.
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Viel Freude bei Eurer nächsten Reise, ob mit Wohnmobil, Rad, Flugzeug oder Roadtrip. Hauptsache, Ihr erlebt etwas Schönes und Neues. Eure Franzi
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