Wohnmobil Routen Südeuropa

Mit dem Wohnmobil nach Griechenland – Teil 2 – meine Tipps zum Freistehen

26. August 2026 Franzi 6 Min. Lesezeit

Hallo Ihr Lieben,

hier kommt der zweite Teil unseres Roadtrips durch Griechenland. Wie wir überhaupt dorthin gekommen sind, steht im ersten Teil: Mit dem Wohnmobil nach Griechenland über den Landweg.

Wir waren von Ende März bis Ende April unterwegs, also mitten in der Vorsaison, und da hatten die meisten Campingplätze noch geschlossen. Deshalb haben wir viel frei gestanden, und genau davon erzähle ich hier: wo wir gestanden haben, wie es sich angefühlt hat und was wir uns dabei angewöhnt haben.

Wichtiger Hinweis vorweg:

Dieser Beitrag ist ein Reisebericht aus dem Frühjahr 2022. Die Rechtslage in Griechenland hat sich seitdem zweimal geändert, 2025 durch ein neues Gesetz und 2026 durch mehrere Klarstellungen der Polizei. Was heute gilt, was erlaubt ist und was 300 Euro kostet, habe ich in einem eigenen, aktuellen Beitrag zusammengefasst.

Die aktuellen Regeln für Griechenland 2026 →

Warum wir überhaupt frei gestanden haben

Ehrlich gesagt nicht aus Abenteuerlust, sondern aus Mangel an Alternativen. Im März und in der ersten Aprilwoche war schlicht kaum ein Campingplatz offen. Dazu kam, dass manche Plätze am Meer einfach zu schön waren, um weiterzufahren.

Was wir dabei immer beachtet haben: keine Strände zuparken, an denen Menschen baden möchten, und kein Campingverhalten zeigen. Markise und Campingmöbel bleiben drin, nicht grillen, kein Müll, die eigene Toilette benutzen.

Unsere Nacht am Strand, inklusive Polizeibesuch

Der Platz, an den ich mich am liebsten erinnere, lag direkt am Meer, und wir waren fast allein. Am Abend kam tatsächlich die Polizei vorbei. Sie hat nach dem Rechten gesehen und ist weitergefahren. Wir sind die Nacht geblieben.

Zwei andere Wohnmobile standen in Sichtweite, mehr war nicht los. Ein kurzer Austausch mit den beiden: alles ruhig hier, ein guter Platz für ein paar Nächte. In der Hauptsaison hätten wir uns sicher auf einen Campingplatz gestellt, aber es gab in der Nähe keinen offenen.

Freistehen mit dem Wohnmobil am Strand in Griechenland
Traumhaft hier am Strand, und wir sind fast ganz alleine, natürlich ohne Campingmöbel

Nach zwei Nächten war Schluss, und zwar aus einem banalen Grund

Ver- und Entsorgungsstellen sind in Griechenland selten. Wir hatten sogar eine zweite Fäkalkassette dabei und sind trotzdem nach zwei Nächten Freistehen wieder auf den nächsten Campingplatz gefahren. Das ist in der Praxis die eigentliche Grenze beim Freistehen, nicht die Frage nach dem schönen Platz.

Trinkwasser war dagegen nie ein Problem, das gibt es an öffentlichen Plätzen, Tankstellen und an den Stränden. Dort kann man in der Vorsaison manchmal sogar duschen, wenn auch kalt. Und Müll ist in Griechenland einfach: Es stehen überall große Container, weil die Griechen keine eigenen Tonnen haben.

Die Taverne ist der beste Stellplatz

Offizielle Wohnmobil-Stellplätze gibt es in Griechenland fast keine. Unsere Lösung war fast immer dieselbe: in einer Taverne lecker essen und danach fragen, ob wir über Nacht stehen bleiben dürfen. Das war kein einziges Mal ein Problem.

Ab Anfang April wurde es dann auch mit Campingplätzen einfacher. Die Betreiber waren spürbar froh, endlich wieder Gäste zu haben. Dass ich ein paar Brocken Griechisch spreche, kam dabei jedes Mal gut an.

Campingplatz an der Olympischen Riviera in der Vorsaison
An der Olympischen Riviera, noch nicht offiziell offen, aber wir dürfen trotzdem bleiben

Wo wir bei den antiken Stätten gestanden haben

Athen: Der Campingplatz in der Stadt hatte erst ab 1. April offen, die anderen lagen uns zu weit außerhalb. Über eine Camping-App haben wir einen 24-Stunden-Parkplatz in der Antigonis 43 gefunden, mit Versorgung, Strom, Duschen und Toiletten. Kein Schatten, aber ruhig, und mit den Öffentlichen waren wir am nächsten Morgen schnell an der Akropolis. Vor allem stand das Wohnmobil sicher, denn allein lassen wir es in einer großen Stadt ungern.

Säulen der Akropolis in Athen
Akropolis, echt der Wahnsinn, und der Mensch ist so klein neben diesen Säulen

Olympia: Hier hatten wir Glück und fanden einen großen, kostenlosen Parkplatz nahe der Museumskasse. Laut unseren Tavernenwirten war es völlig in Ordnung, dort zu stehen. Auf den beiden anderen großen Parkplätzen war das Parken für Wohnmobile verboten. Die Campingplätze in der Umgebung lagen uns zu weit weg, wir hatten keine Fahrräder dabei.

Korinth: Dort gibt es einen schönen, ruhigen Camper-Stop mit allem, was man braucht. Wir sind gleich zwei Nächte geblieben, auch weil der Betreiber abends für seine Gäste gekocht hat.

Unsere fünf Regeln beim Freistehen

Wir haben beim Freistehen in Griechenland nur gute Erfahrungen gemacht. Außer den üblichen bellenden Hunden hat niemand unsere Nachtruhe gestört. Wenn uns ein Platz nicht gefiel, sind wir weitergefahren und haben eine bessere Alternative gefunden. Einmal war mir ein Platz zu einsam, da sind wir noch ein paar Kilometer in ein kleines Dorf gefahren, haben das Wohnmobil an den Straßenrand in der Dorfmitte gestellt, in der Taverne eine Kleinigkeit gegessen und sind dort geblieben.

  1. Wir parken immer in Fahrtrichtung.
  2. Wir sichern das Wohnmobil von innen mit einer Kette im Fahrerbereich und einer Einbruchsperre an der Seitentür.
  3. Wir fahren nicht auf Keile und verdunkeln nur von innen, damit wir jederzeit fahrbereit sind.
  4. Kein Campingverhalten. Nichts, was draußen steht.
  5. Niemals Fäkalien oder Grauwasser in der Natur entsorgen.
Wohnmobil im Dorf südlich von Athen
Freistehplatz in einem Dorf etwa 50 km südlich von Athen, und in der Taverne gab es mal wieder leckeren Fisch

Das würde ich heute anders machen

2022 war die Lage grau. Freistehen war offiziell verboten und wurde in der Nebensaison weitgehend geduldet, und wir haben uns in dieser Grauzone bewegt. Heute ist das anders, und ehrlich gesagt besser: Seit den Klarstellungen von 2026 ist das Übernachten im legal geparkten Wohnmobil ausdrücklich erlaubt, freies Campen dagegen klar verboten und teuer.

Praktisch heißt das für uns: Die Nacht am Strand würden wir so nicht wiederholen. Wir würden denselben Abend auf einem normalen Parkplatz in Strandnähe verbringen, hundert Meter weiter, und hätten dabei ein deutlich besseres Gefühl. Unsere fünf Regeln von damals passen dagegen fast eins zu eins zur heutigen Rechtslage. Nichts aufbauen, nichts draußen stehen lassen, jederzeit fahrbereit sein: Genau das ist heute der Unterschied zwischen Parken und Campen.

Wie es weitergeht

In den nächsten Beiträgen erfahrt Ihr, wo wir überall waren und was für Begegnungen wir auf dieser Reise hatten.

Griechenland mit dem Wohnmobil: der komplette Überblick →
Unsere Strecke von Deutschland nach Griechenland →
Peloponnes Rundreise mit dem Wohnmobil →

Viel Freude bei Eurer nächsten Reise, ob mit Wohnmobil, Rad, Flugzeug oder Roadtrip. Hauptsache, Ihr erlebt etwas Schönes und Neues. Eure Franzi

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